{"id":763,"date":"2020-05-12T08:30:14","date_gmt":"2020-05-12T08:30:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klangmoebel.net\/wp\/?p=763"},"modified":"2022-05-08T21:30:05","modified_gmt":"2022-05-08T21:30:05","slug":"previously-loved-im-kammertheater-kleiner-buhnenboden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klangmoebel.net\/wp\/?p=763","title":{"rendered":"\u201ePreviously loved\u201c im Kammertheater Kleiner B\u00fchnenboden"},"content":{"rendered":"<p>Objekte der Erinnerung<\/p>\n<p>M\u00fcnster &#8211;<\/p>\n<p>Was sich im Second-Hand-Laden findet, ist wom\u00f6glich nicht nur sch\u00f6n oder n\u00fctzlich. Sondern erz\u00e4hlt Geschichten von den fr\u00fcheren Besitzern. Wenn K\u00fcnstler die Objekte zum Sprechen bringen.<br \/>\nVon Wolfgang A. M\u00fcller<\/p>\n<p>Stumm und leblos stehen sie da. Doch Dinge aus zweiter Hand k\u00f6nnen eine Menge erz\u00e4hlen. F\u00fcr die Niederl\u00e4nderin Monique van Hinte und das Duo randomTRIGGER sind sie \u201eVehikel f\u00fcr Geschichten\u201c, die sie in ihrer faszinierenden Performance \u201ePreviously loved\u201c aufsp\u00fcren.<\/p>\n<p>Diverse Alltagsgegenst\u00e4nde, aufgegabelt in einem m\u00fcnsterschen Second-Hand-Laden, haben die K\u00fcnstler an der hinteren Wand im Kleinen B\u00fchnenboden aufgereiht. Es ist das typische Allerlei, das in diesen Gesch\u00e4ften eine zweite und bestenfalls vor\u00fcbergehende Heimat findet: Geschirr, Bilder, Kleidung, Schallplatten, Fotos, ein Koffer, Lampen, Mobiliar. Jedes St\u00fcck, das die Schauspielerin Silvia Munz\u00f3n L\u00f3pez , die mit dem Komponisten und Klangk\u00fcnstler Ralf Haarmann das Label randomTRIGGER bildet, dem Publikum pr\u00e4sentiert, ist auf seine Weise einmalig. Ob handgearbeitete Tischdecke, eine mit Filzstift beschriebene Blechtrommel oder ein Bierglas aus Massenfertigung: Sie alle bergen eine individuelle Geschichte ihrer Produktion und ihres Erwerbs, vor allem aber ihres Gebrauchs. Dieser hat unweigerlich Spuren hinterlassen. Und zwar wechselseitig, in den Objekten und im Leben derer, die sie handhabten und denen sie etwas bedeuteten: als Symbole des Zuhauses, als Andenken an Personen, Momente, mithin \u201ean die fl\u00fcchtige Sch\u00f6nheit unseres Lebens\u201c.<\/p>\n<p>Stumm und leblos stehen sie da. Doch Dinge aus zweiter Hand k\u00f6nnen eine Menge erz\u00e4hlen. F\u00fcr die Niederl\u00e4nderin Monique van Hinte und das Duo randomTRIGGER sind sie \u201eVehikel f\u00fcr Geschichten\u201c, die sie in ihrer faszinierenden Performance \u201ePreviously loved\u201c aufsp\u00fcren.<\/p>\n<p>Diverse Alltagsgegenst\u00e4nde, aufgegabelt in einem m\u00fcnsterschen Second-Hand-Laden, haben die K\u00fcnstler an der hinteren Wand im Kleinen B\u00fchnenboden aufgereiht. Es ist das typische Allerlei, das in diesen Gesch\u00e4ften eine zweite und bestenfalls vor\u00fcbergehende Heimat findet: Geschirr, Bilder, Kleidung, Schallplatten, Fotos, ein Koffer, Lampen, Mobiliar. Jedes St\u00fcck, das die Schauspielerin Silvia Munz\u00f3n L\u00f3pez , die mit dem Komponisten und Klangk\u00fcnstler Ralf Haarmann das Label randomTRIGGER bildet, dem Publikum pr\u00e4sentiert, ist auf seine Weise einmalig. Ob handgearbeitete Tischdecke, eine mit Filzstift beschriebene Blechtrommel oder ein Bierglas aus Massenfertigung: Sie alle bergen eine individuelle Geschichte ihrer Produktion und ihres Erwerbs, vor allem aber ihres Gebrauchs. Dieser hat unweigerlich Spuren hinterlassen. Und zwar wechselseitig, in den Objekten und im Leben derer, die sie handhabten und denen sie etwas bedeuteten: als Symbole des Zuhauses, als Andenken an Personen, Momente, mithin \u201ean die fl\u00fcchtige Sch\u00f6nheit unseres Lebens\u201c.<\/p>\n<p>Im Kleinen B\u00fchnenboden arrangieren die K\u00fcnstler aus den Fundsachen einen neuen Haushalt. Eine ideelle und doch konkrete Wohnung auf Zeit, in der verrauschte Schlager-Singles aufgelegt und elegante Garderoben ausprobiert werden. L\u00f3pez dirigiert van Hinte mit einer auf einer Schallplattenh\u00fclle abgedruckten Rumba-Tanzanleitung. Haarmann nutzt Porzellanhauben eines Leuchters als Klangschalen, sampelt das Auf- und Zuklappen des Koffers, das Schnappen der Gurte oder das Scheppern des Geschirrs. Aus diesen Ger\u00e4uschen, oft verfremdet, arrangiert er eigent\u00fcmliche Musik, einen Gesang der Objekte und des Ambientes. \u201eHier kalt ohne Mantel. Herzliche Gr\u00fc\u00dfe, Werner\u201c, liest L\u00f3pez von einer Postkarte aus Italien ab, und pl\u00f6tzlich ist ein Individuum schemenhaft gegenw\u00e4rtig. Wie auch auf den Schwarz-Wei\u00df-Fotos, mit denen van Hinte durch die Reihen geht. Der Transzendenzbegriff der H\u00e4ndler, die in Einspielungen zu Wort kommen, und die Logik des Marktes sind weniger sentimental: \u201eDas Porzellan ist noch gut. Das kann nach vorne in den Verkauf.\u201c Zu einem gespenstisch leiernden \u201eSch\u00f6n war die Zeit\u201c wird die B\u00fchne ger\u00e4umt. Es bleibt: die Erinnerung.<\/p>\n<p>https:\/\/www.wn.de\/Muenster\/Kultur\/4159669-Previously-loved-im-Kammertheater-Kleiner-Buehnenboden-Objekte-der-Erinnerung?fbclid=IwAR0qfN0u7wMZ6voDShz43agrSnm2vc7kKxOS49aw9fi60JiXhgxxTENjyB8<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Objekte der Erinnerung M\u00fcnster &#8211; Was sich im Second-Hand-Laden findet, ist wom\u00f6glich nicht nur sch\u00f6n oder n\u00fctzlich. 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