Igden Daledrop

Am 25.03.21 erscheint „Bored of too much magic“ digital auf allen gängigen Streamingdiensten.

Auf der EP „Bord of too much Magic“ befinden sich das Stück „Contemporary Lovesong“  und drei Remixe.
In dem dystopisch geratenem Lied drückt Daledrop seinen Frust über die Welt aus. Reiche Solitäre quetschen Planet, Natur und Menschen aus um ein Maximum an Ertrag zu erhalten. Diese Menschen beten das Gold an und Igden Daledrop widmet ihnen ein kaltes Liebeslied. Dabei schwingt eine weltumspannende, grenzüberschreitende Note mit. Der Sound ist düster, cineastisch breit, intensiv und melancholisch.

CromoFX a.k.a. Frank Waldorf und n:byte haben  für die EP Remixe von „Contemporary Lovesong“ erstellt, die sich einer elektronischeren Klangästhetik verpflichtet fühlen. Gesungen hat Christiane Hagedorn.

Die Zeichnung ist von Mireia Guzman

Re-Release

Das Superkraut-Debüt knöpfemadeslinkeorf erscheint zum 25-jährigen Jubiläum erstmals digital. Original ist es 1995 in einer limitierten Auflage als CD erschienen. In die CD-Hülle war damals ein frisch gerollter Joint eingearbeitet.
Schade, dass so was digital kaum zu realisieren ist.
Auf dem Album verbinden Superkraut Techno, Industrial, Ambient und Krautrockanleihen mit der Unverfrorenheit des Dadaismus.
Das Album ist mit Methoden des Instant-Composing entstanden.

Drei Musiker sind in einem Raum und gehen aufeinander ein, prallen aneinander ab, sind aber immer in Relation zueinander.
Ein Hören und Spüren – Kommunikation ohne Worte im stetigen Fluss.
Das Album erscheint am 01.03.21 auf Soundcloud und Bandcamp.
https://superkraut.bandcamp.com
https://soundcloud.com/superkraut

SUPERKRAUT
Die Anfänge des gemeinsamen Wirkens der Musiker Fred Ganja, Grass Hopper und Al’Ashish reichen zurück bis in die ausgehenden 1980er Jahre, in denen in unterschiedlichen Konstellationen und Kollaborationen die künstlerischen Grundlagen gelegt wurden, die dann in den Swinging Nineties zur Gründung von Superkraut führten. Wir schreiben ‚Swinging‘, weil es in Wuppertal in der Mitte der Neunziger Jahre eine große Lust auf medien- und genresprengende Experimente gab.

Diese Experimente ver(drei)körpern Superkraut auch weiterhin:
Die Zusammenarbeit als Elektronik-Trio ist geprägt durch spontan situative Sessions voller Energie und Obsession für Methoden der elektronischen Klangverformung. Geboren im Widerspruch zwischen geplanter und präziser elektronischer Kreation und dem Wunsch nach Freiheit, Improvisation und Direktheit entsteht ihr sehr eigener musikalischer Stil.
Sequenzierte musikalische Fragmente treffen auf spontane Klang-Eruptionen, repetitive Muster drehen sich im Kopf.
In dieser Live-Atmosphäre wachsen die Stücke organisch zusammen. Es entstehen rohe Diamanten die man nicht einmal vom Schmutz befreit hat.
Diese spielerische Vielfalt spiegelt sich in ihrem 1996 veröffentlichten Album ‚knöpfemadeslinkeorf‘ wider – die hier zu hörende Bandbreite verknüpft DaDa mit Industrial, sarkastisch dargebotene tumbe politische Parolen mit Ambient und dystopische Zukunftsfrequenzen mit archaischer Urmusik.
Das klangliche Ergebnis ist voller konstruktiver Widersprüche und kommt einem zivilen Ungehorsam gleich.
1997 bedeutete einen tiefen Einschnitt in die Zusammenarbeit:
Ganja, ‚Ashish und Hopper verließen Wuppertal in unterschiedliche Richtungen. Nach den Stationen Detmold, Oberhausen, Helsinki, Essen, Soest, Skopelos, Berlin leben sie heute in Bonn, Köln und Münster.
2020 entschlossen sie sich den Faden wieder aufzunehmen.

„Previously loved“ im Kammertheater Kleiner Bühnenboden

Objekte der Erinnerung

Münster –

Was sich im Second-Hand-Laden findet, ist womöglich nicht nur schön oder nützlich. Sondern erzählt Geschichten von den früheren Besitzern. Wenn Künstler die Objekte zum Sprechen bringen.
Von Wolfgang A. Müller

Stumm und leblos stehen sie da. Doch Dinge aus zweiter Hand können eine Menge erzählen. Für die Niederländerin Monique van Hinte und das Duo randomTRIGGER sind sie „Vehikel für Geschichten“, die sie in ihrer faszinierenden Performance „Previously loved“ aufspüren.

Diverse Alltagsgegenstände, aufgegabelt in einem münsterschen Second-Hand-Laden, haben die Künstler an der hinteren Wand im Kleinen Bühnenboden aufgereiht. Es ist das typische Allerlei, das in diesen Geschäften eine zweite und bestenfalls vorübergehende Heimat findet: Geschirr, Bilder, Kleidung, Schallplatten, Fotos, ein Koffer, Lampen, Mobiliar. Jedes Stück, das die Schauspielerin Silvia Munzón López , die mit dem Komponisten und Klangkünstler Ralf Haarmann das Label randomTRIGGER bildet, dem Publikum präsentiert, ist auf seine Weise einmalig. Ob handgearbeitete Tischdecke, eine mit Filzstift beschriebene Blechtrommel oder ein Bierglas aus Massenfertigung: Sie alle bergen eine individuelle Geschichte ihrer Produktion und ihres Erwerbs, vor allem aber ihres Gebrauchs. Dieser hat unweigerlich Spuren hinterlassen. Und zwar wechselseitig, in den Objekten und im Leben derer, die sie handhabten und denen sie etwas bedeuteten: als Symbole des Zuhauses, als Andenken an Personen, Momente, mithin „an die flüchtige Schönheit unseres Lebens“.

Stumm und leblos stehen sie da. Doch Dinge aus zweiter Hand können eine Menge erzählen. Für die Niederländerin Monique van Hinte und das Duo randomTRIGGER sind sie „Vehikel für Geschichten“, die sie in ihrer faszinierenden Performance „Previously loved“ aufspüren.

Diverse Alltagsgegenstände, aufgegabelt in einem münsterschen Second-Hand-Laden, haben die Künstler an der hinteren Wand im Kleinen Bühnenboden aufgereiht. Es ist das typische Allerlei, das in diesen Geschäften eine zweite und bestenfalls vorübergehende Heimat findet: Geschirr, Bilder, Kleidung, Schallplatten, Fotos, ein Koffer, Lampen, Mobiliar. Jedes Stück, das die Schauspielerin Silvia Munzón López , die mit dem Komponisten und Klangkünstler Ralf Haarmann das Label randomTRIGGER bildet, dem Publikum präsentiert, ist auf seine Weise einmalig. Ob handgearbeitete Tischdecke, eine mit Filzstift beschriebene Blechtrommel oder ein Bierglas aus Massenfertigung: Sie alle bergen eine individuelle Geschichte ihrer Produktion und ihres Erwerbs, vor allem aber ihres Gebrauchs. Dieser hat unweigerlich Spuren hinterlassen. Und zwar wechselseitig, in den Objekten und im Leben derer, die sie handhabten und denen sie etwas bedeuteten: als Symbole des Zuhauses, als Andenken an Personen, Momente, mithin „an die flüchtige Schönheit unseres Lebens“.

Im Kleinen Bühnenboden arrangieren die Künstler aus den Fundsachen einen neuen Haushalt. Eine ideelle und doch konkrete Wohnung auf Zeit, in der verrauschte Schlager-Singles aufgelegt und elegante Garderoben ausprobiert werden. López dirigiert van Hinte mit einer auf einer Schallplattenhülle abgedruckten Rumba-Tanzanleitung. Haarmann nutzt Porzellanhauben eines Leuchters als Klangschalen, sampelt das Auf- und Zuklappen des Koffers, das Schnappen der Gurte oder das Scheppern des Geschirrs. Aus diesen Geräuschen, oft verfremdet, arrangiert er eigentümliche Musik, einen Gesang der Objekte und des Ambientes. „Hier kalt ohne Mantel. Herzliche Grüße, Werner“, liest López von einer Postkarte aus Italien ab, und plötzlich ist ein Individuum schemenhaft gegenwärtig. Wie auch auf den Schwarz-Weiß-Fotos, mit denen van Hinte durch die Reihen geht. Der Transzendenzbegriff der Händler, die in Einspielungen zu Wort kommen, und die Logik des Marktes sind weniger sentimental: „Das Porzellan ist noch gut. Das kann nach vorne in den Verkauf.“ Zu einem gespenstisch leiernden „Schön war die Zeit“ wird die Bühne geräumt. Es bleibt: die Erinnerung.

https://www.wn.de/Muenster/Kultur/4159669-Previously-loved-im-Kammertheater-Kleiner-Buehnenboden-Objekte-der-Erinnerung?fbclid=IwAR0qfN0u7wMZ6voDShz43agrSnm2vc7kKxOS49aw9fi60JiXhgxxTENjyB8

„Alphabet“ von haarmannhommelsheim neu im DLF Kultur

Wurfsendung auf Deutschlandfunk Kultur:

Alphabet

Das Duo haarmannhommelsheim hat sich von Inger Christensens Gedicht „Alphabet“ (1981) inspirieren lassen und dessen Bestandsaufnahme der Welt in Kurzform akustisch weiter gedacht.
Sie fangen dort an, wo Christensen aufgehört hatte, beim „N“, und enden beim „Z“. Pro Buchstabe ist eine Wurfsendung entstanden, in der aufgezählt wird was ist. Jedes Stück ist musikalisch unterschiedlich gestaltet, mit einer oder mehreren Stimmen, elektronischen und akustischen Instrumenten, tönenden Objekte.
Inger Christensen gilt als Dänemarks wichtigste experimentelle Lyrikerin vor allem der 1960er bis 1980er Jahren.
„Alphabet“ von und mit haarmannhommelsheim
Sprecher in P, W und Z: Buddy Sacher
Autorenproduktion für Deutschlandfunk Kultur, 2019

Neues Hörspiel von Ralf Haarmann in der Mediathek

Bitmemiş – not finished yet

Von Ralf Haarmann

Download in der ARD-Mediathek

Drei junge Frauen der so genannten „dritten Einwanderer-Generation“ erzählen von sich und ihren Großmüttern. Wie war es damals, wie ist es heute? Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sprechen sie über Heimat und Zugehörigkeit und liefern überraschende Erkenntnisse.

Sie reden nicht über Kopftücher und Ausgrenzung, sie erkunden vielmehr Lebenswege und stellen Identitäten in Frage. Wie sind wir aufgewachsen, wie wurden wie erzogen, welche Rolle spielt der Migrationshintergrund überhaupt noch? Schon die erste Generation der „Gastarbeiterinnen“ aus der Türkei war anders als allgemein angenommen: Viele Frauen waren stark und absolut selbständig, keinesfalls waren sie nur die Anhängsel ihrer arbeitenden Männer.

Die Sprecherinnen der dritten Generation legen hier den Fokus auch längst nicht mehr primär auf Integrations-Aspekte, vielmehr sehen sie die Konflikte im Elternhaus oder in ihrer Rolle als Frau unabhängig von der Herkunft. Dürfen mir meine Eltern vorschreiben, wie mein Freund zu sein hat? Kann ich noch Feministin sein, auch wenn ich den Abwasch öfter erledige als mein Lebenspartner? An welchen Punkten haben meine Probleme überhaupt noch etwas mit der Herkunft meiner Eltern oder Großeltern zu tun? Was macht meine Identität wirklich aus? Klar ist eigentlich nur: Eine endgültige Definition von Identiät kann es nicht geben, denn alles ist dauernd im Prozess – bitmemiş, not finished yet. Allen Aussagen liegen reale Interviews zugrunde.

Mit Sandra Bezler, Lilay Huser, Sema Poyraz, Siir Eloglu, Silvia Munzón López, Kerstin Kramer

Von Ralf Haarmann
mit Zitaten aus „Die Deutsche Ayşe“ von Tuğsal Moğul
Technische Realisation: Alexander Buske
Regie: Ralf Haarmann
Redaktion: Natalie Szallies
Produktion: WDR 2019

Radioportrait über haarmannhommelsheim

„Die Umrandung des Nichts“ ist Geheimtipp des Jahres auf Zeit-Online!

„Psst, hier kommt ein scheues, leises Electronicahörspiel aus Münster, mit Mandolinenzauber und sphärischem Gesang.“

(Pinky Rose)

Zu finden hier:

https://www.zeit.de/kultur/musik/2018-12/musikempfehlungen-alben-des-jahres-musik-cd-buch/seite-4

Neues Album von haarmannhommelsheim

CD und digitales Album sind jetzt auf Bandcamp erhältlich!

haarmannhommelsheim

Haarmann: Neues Projekt

Ende 2017 hat Ralf Haarmann mit Silvia Munzón Lopéz randomTRIGGER gegründet.
randomTRIGGER ist Band und Theatergruppe zugleich.

Mehr im Laufe 2018

Haarmann: Neue Filmmusik

Ab dem 18ten Januar 2018 im Kino!

Halbes Hähnchen vom Himmel