„Previously loved“ im Kammertheater Kleiner Bühnenboden

Objekte der Erinnerung

Münster -

Was sich im Second-Hand-Laden findet, ist womöglich nicht nur schön oder nützlich. Sondern erzählt Geschichten von den früheren Besitzern. Wenn Künstler die Objekte zum Sprechen bringen.
Von Wolfgang A. Müller

Stumm und leblos stehen sie da. Doch Dinge aus zweiter Hand können eine Menge erzählen. Für die Niederländerin Monique van Hinte und das Duo randomTRIGGER sind sie „Vehikel für Geschichten“, die sie in ihrer faszinierenden Performance „Previously loved“ aufspüren.

Diverse Alltagsgegenstände, aufgegabelt in einem münsterschen Second-Hand-Laden, haben die Künstler an der hinteren Wand im Kleinen Bühnenboden aufgereiht. Es ist das typische Allerlei, das in diesen Geschäften eine zweite und bestenfalls vorübergehende Heimat findet: Geschirr, Bilder, Kleidung, Schallplatten, Fotos, ein Koffer, Lampen, Mobiliar. Jedes Stück, das die Schauspielerin Silvia Munzón López , die mit dem Komponisten und Klangkünstler Ralf Haarmann das Label randomTRIGGER bildet, dem Publikum präsentiert, ist auf seine Weise einmalig. Ob handgearbeitete Tischdecke, eine mit Filzstift beschriebene Blechtrommel oder ein Bierglas aus Massenfertigung: Sie alle bergen eine individuelle Geschichte ihrer Produktion und ihres Erwerbs, vor allem aber ihres Gebrauchs. Dieser hat unweigerlich Spuren hinterlassen. Und zwar wechselseitig, in den Objekten und im Leben derer, die sie handhabten und denen sie etwas bedeuteten: als Symbole des Zuhauses, als Andenken an Personen, Momente, mithin „an die flüchtige Schönheit unseres Lebens“.

Stumm und leblos stehen sie da. Doch Dinge aus zweiter Hand können eine Menge erzählen. Für die Niederländerin Monique van Hinte und das Duo randomTRIGGER sind sie „Vehikel für Geschichten“, die sie in ihrer faszinierenden Performance „Previously loved“ aufspüren.

Diverse Alltagsgegenstände, aufgegabelt in einem münsterschen Second-Hand-Laden, haben die Künstler an der hinteren Wand im Kleinen Bühnenboden aufgereiht. Es ist das typische Allerlei, das in diesen Geschäften eine zweite und bestenfalls vorübergehende Heimat findet: Geschirr, Bilder, Kleidung, Schallplatten, Fotos, ein Koffer, Lampen, Mobiliar. Jedes Stück, das die Schauspielerin Silvia Munzón López , die mit dem Komponisten und Klangkünstler Ralf Haarmann das Label randomTRIGGER bildet, dem Publikum präsentiert, ist auf seine Weise einmalig. Ob handgearbeitete Tischdecke, eine mit Filzstift beschriebene Blechtrommel oder ein Bierglas aus Massenfertigung: Sie alle bergen eine individuelle Geschichte ihrer Produktion und ihres Erwerbs, vor allem aber ihres Gebrauchs. Dieser hat unweigerlich Spuren hinterlassen. Und zwar wechselseitig, in den Objekten und im Leben derer, die sie handhabten und denen sie etwas bedeuteten: als Symbole des Zuhauses, als Andenken an Personen, Momente, mithin „an die flüchtige Schönheit unseres Lebens“.

Im Kleinen Bühnenboden arrangieren die Künstler aus den Fundsachen einen neuen Haushalt. Eine ideelle und doch konkrete Wohnung auf Zeit, in der verrauschte Schlager-Singles aufgelegt und elegante Garderoben ausprobiert werden. López dirigiert van Hinte mit einer auf einer Schallplattenhülle abgedruckten Rumba-Tanzanleitung. Haarmann nutzt Porzellanhauben eines Leuchters als Klangschalen, sampelt das Auf- und Zuklappen des Koffers, das Schnappen der Gurte oder das Scheppern des Geschirrs. Aus diesen Geräuschen, oft verfremdet, arrangiert er eigentümliche Musik, einen Gesang der Objekte und des Ambientes. „Hier kalt ohne Mantel. Herzliche Grüße, Werner“, liest López von einer Postkarte aus Italien ab, und plötzlich ist ein Individuum schemenhaft gegenwärtig. Wie auch auf den Schwarz-Weiß-Fotos, mit denen van Hinte durch die Reihen geht. Der Transzendenzbegriff der Händler, die in Einspielungen zu Wort kommen, und die Logik des Marktes sind weniger sentimental: „Das Porzellan ist noch gut. Das kann nach vorne in den Verkauf.“ Zu einem gespenstisch leiernden „Schön war die Zeit“ wird die Bühne geräumt. Es bleibt: die Erinnerung.

https://www.wn.de/Muenster/Kultur/4159669-Previously-loved-im-Kammertheater-Kleiner-Buehnenboden-Objekte-der-Erinnerung?fbclid=IwAR0qfN0u7wMZ6voDShz43agrSnm2vc7kKxOS49aw9fi60JiXhgxxTENjyB8

“Alphabet” von haarmannhommelsheim neu im DLF Kultur

Wurfsendung auf Deutschlandfunk Kultur:

Alphabet

Das Duo haarmannhommelsheim hat sich von Inger Christensens Gedicht „Alphabet“ (1981) inspirieren lassen und dessen Bestandsaufnahme der Welt in Kurzform akustisch weiter gedacht.
Sie fangen dort an, wo Christensen aufgehört hatte, beim „N“, und enden beim „Z“. Pro Buchstabe ist eine Wurfsendung entstanden, in der aufgezählt wird was ist. Jedes Stück ist musikalisch unterschiedlich gestaltet, mit einer oder mehreren Stimmen, elektronischen und akustischen Instrumenten, tönenden Objekte.
Inger Christensen gilt als Dänemarks wichtigste experimentelle Lyrikerin vor allem der 1960er bis 1980er Jahren.
„Alphabet“ von und mit haarmannhommelsheim
Sprecher in P, W und Z: Buddy Sacher
Autorenproduktion für Deutschlandfunk Kultur, 2019

Neues Hörspiel von Ralf Haarmann in der Mediathek

Bitmemiş - not finished yet

Von Ralf Haarmann

Download in der ARD-Mediathek

Drei junge Frauen der so genannten “dritten Einwanderer-Generation” erzählen von sich und ihren Großmüttern. Wie war es damals, wie ist es heute? Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sprechen sie über Heimat und Zugehörigkeit und liefern überraschende Erkenntnisse.

Sie reden nicht über Kopftücher und Ausgrenzung, sie erkunden vielmehr Lebenswege und stellen Identitäten in Frage. Wie sind wir aufgewachsen, wie wurden wie erzogen, welche Rolle spielt der Migrationshintergrund überhaupt noch? Schon die erste Generation der “Gastarbeiterinnen” aus der Türkei war anders als allgemein angenommen: Viele Frauen waren stark und absolut selbständig, keinesfalls waren sie nur die Anhängsel ihrer arbeitenden Männer.

Die Sprecherinnen der dritten Generation legen hier den Fokus auch längst nicht mehr primär auf Integrations-Aspekte, vielmehr sehen sie die Konflikte im Elternhaus oder in ihrer Rolle als Frau unabhängig von der Herkunft. Dürfen mir meine Eltern vorschreiben, wie mein Freund zu sein hat? Kann ich noch Feministin sein, auch wenn ich den Abwasch öfter erledige als mein Lebenspartner? An welchen Punkten haben meine Probleme überhaupt noch etwas mit der Herkunft meiner Eltern oder Großeltern zu tun? Was macht meine Identität wirklich aus? Klar ist eigentlich nur: Eine endgültige Definition von Identiät kann es nicht geben, denn alles ist dauernd im Prozess – bitmemiş, not finished yet. Allen Aussagen liegen reale Interviews zugrunde.

Mit Sandra Bezler, Lilay Huser, Sema Poyraz, Siir Eloglu, Silvia Munzón López, Kerstin Kramer

Von Ralf Haarmann
mit Zitaten aus “Die Deutsche Ayşe” von Tuğsal Moğul
Technische Realisation: Alexander Buske
Regie: Ralf Haarmann
Redaktion: Natalie Szallies
Produktion: WDR 2019

Radioportrait über haarmannhommelsheim

“Die Umrandung des Nichts” ist Geheimtipp des Jahres auf Zeit-Online!

“Psst, hier kommt ein scheues, leises Electronicahörspiel aus Münster, mit Mandolinenzauber und sphärischem Gesang.”

(Pinky Rose)

Zu finden hier:

https://www.zeit.de/kultur/musik/2018-12/musikempfehlungen-alben-des-jahres-musik-cd-buch/seite-4

Neues Album von haarmannhommelsheim

CD und digitales Album sind jetzt auf Bandcamp erhältlich!

haarmannhommelsheim

Haarmann: Neues Projekt

Ende 2017 hat Ralf Haarmann mit Silvia Munzón Lopéz randomTRIGGER gegründet.
randomTRIGGER ist Band und Theatergruppe zugleich.

Mehr im Laufe 2018

Haarmann: Neue Filmmusik

Ab dem 18ten Januar 2018 im Kino!

Halbes Hähnchen vom Himmel

Haarmann: Regie und Komposition für neues Hörspiel

Für den WDR  hat Haarmann die Hörspielbearbeitung von dem Theaterstück “Auch Deutsche unter den Opfern” von Tuğsal Moğul geschrieben und inszeniert und auch die Musik dazu komponiert.

Nach der Sendung am 26.09.17 ist das befristet zum Download beim WDR zu haben.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Carb und Haarmann bei der Hörspielproduktion

Besetzung:
Marina Frenk, Christian Löber, Carb Carl Beike,
Ernst August Schepmann, An Kuohn, Thomas Anzenhofer, Carolin Wirth, Tuğsal Moğul
Tontechnik: Alexander Buske
Regieassistenz: Fahri Sarimese
Regie, Musik, Texteinrichtung: Ralf Haarmann

haarmannhommelsheim mit Stephan US

Performance von haarmannhommelsheim mit Stephan US from klangmoebel on Vimeo.